Gas Tarife
Sep
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01.09.2009 09:56
Genau wie der Strommarkt, wurde 1998 auch der Gasmarkt liberalisiert. Anders als im Strommarkt waren im Gasmarkt anfänglich keine neuen Wettbewerber zu verzeichnen. Das bestehende Geflecht aus langfristigen Lieferverträgen, abgeschotteten Marktgebieten und Quersubventionen innerhalb der Energiekonzerne schreckte viele potentielle neue Anbieter zu sehr ab. Es wurde auch keine Regulierungsbehörde geschaffen. Erst im Jahre 2005 dauern wurde der Bundesnetzagentur die Aufsicht über die Gasnetze übertragen.
Weil die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte auf eiuner EG Richtlinie basiert, die von den Mitgliedsländern in natinales Recht umzusetzen waren, drohte der Bundesrepublik wegen der schleppenden Umsetzung der Richtlinien zur Marktöffnung eine Klage vor dem europäischen Gerichtshof. Diese wurde zwar durch die Verbändevereinbarung (VV) zur Liberalisierung des Gasmarktes abgewendet, doch eine tatsächliche Öffnung des Marktes trat nicht ein.
Im Mai 2003 wurde dann zur Umsetzung der europäischen Gas Richtlinie die so genannte Gasnovelle verabschiedet. Versorgungsmonopole wurden für unzulässig erklärt, wobei, ebenso wie beim Strommarkt, das „natürliche Monopol“ der Versorgungsnetze anerkannt wurde – im Gegensatz zu den Telekommunikationsnetzen sind mehrere parallele Netze bei den Energieträgern Strom und Gas nicht rentabel. Um einen freien Wettbewerb zu erreichen, soll daher allen Marktteilnehmern der gleiche Zugang zu dem einen Netz gewährt werden. Die Realität bleibt bis heute weit hinter diesem Anspruch zurück.
Im Februar 2006 kündigte das Bundeskartellamt an, dass private Gaskunden ab dem 1. April 2006 den Gasversorger wechseln können. Die Marktöffnung zum 1. April basierte auf einer Vereinbarung zwischen dem Bundeskartellamt und mehreren ins Kreuzfeuer geratenen Gasversorgern.
Die Anbieter E.ON, RWE, MITGAS, SpreeGas, ENTEGA und ein Eigenbetrieb der Thüga AG verpflichteten sich, Privatkunden zum 1. April einen Anbieterwechsel zu ermöglichen. Weil es allerdings immernoch keine alternativen Gasanbieter gab, so daß die "Marktöffnung" für Privatkunden eigentlich keinerlei praktische Konsequenzen nach sich zog. Leider kam es auch bei den Gaspreisen (wie beim Strom) für Privatkunden in den letzten zehn Jahren zu einer enormen Preissteigerung.
Die Zahl der alternativen Gasanbieter ist im Vergleich zu den Stromanbietern immer noch sehr gering. Nach wie vor kann noch nicht von einem funktionierenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt gesprochen werden. Der Hauptgrund dafür ist immer noch der Netzzugang. Derzeit gibt es in Deutschland zwölf Regel- oder Netzzonen, mit deren Betreibern bundesweite Gasanbieter jeweils separate Verträge abschließen müssen. Ungeklärt ist auch noch der Zugang zu den wichtigen Gasspeichern.
Eine von Verivox durchgeführte Erhebung ergab, dass in 59 Prozent der 7378 untersuchten Postleitzahlengebiete nur ein einziger externer Gasanbieter neben dem Grundversorger verfügbar ist. Zwei externe Lieferanten bieten in 21 Prozent der Gebiete eigene Tarife an. Eine echte Auswahl mit etwa neun verschiedenen verfügbaren Anbietern gibt es nur in 4,9 Prozent der Liefergebiete, die Maximalzahl von elf alternativen Gasanbietern wird lediglich in einigen wenigen Postleitzahlengebieten in Hamburg erreicht.
Quelle : Verivox
Zumindest gibt es aber auch hier schon einmal die Möglichkeit Preise und Leistungen verschiedener Anbieter zu vergleich. Hierzu finden Sie unsere Gas-Tarifrechner.