Stromanbieter Wechsel
Sep
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01.09.2009 09:32
Es ist eigentlich erstaunlich, aber dennoch nicht ungewöhnlich. Die Tatsache, daß man als Nutzer in Deutschland, seinen Stromversorger frei wählen kann, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Scheinbar steht der Verbraucher solchen radikalen Veränderungen wie der Liberalisierung des Strommarktes eher skeptisch gegenüber und wartet bis jemand aus dem eigenen Bekanntenkreis persönliche Erfahrungen gemacht hat und aus erster Hand über einen Stromnanbieter-Wechsel berichten kann. Am 19. Februar 1997 trat in der EU die Binnenmarktrichtlinie Elektrizität in Kraft (RL 96/92/EG). Diese Richtlinie bestimmt die Organisation des Strommarktes, des Marktzugangs alternativer Stromanbieter sowie Vorschriften für den Betrieb der Übertragungs- und Verteilernetze. Im Zuge dieser Liberalisierung verloren die Stromanbieter in Deutschland ihren Gebietsschutz.
Bis 1998 bestand in Deutschland die sogenannte dreistufige Versorgungsstruktur:
* 8 überregionale Verbundunternehmen, die 82 Prozent des Stroms erzeugten
* ca. 80 regionale Versorgungsunternehmen (7 Prozent der Stromerzeugung)
* ca. 900 kommunale Versorgungsunternehmen (11 Prozent der Stromerzeugung)
In den Versorgungsgebieten existierte vor der Liberalisierung jeweils nur ein Stromanbieter. Die regionalen Stromanbieter haben innerhalb ihres Netzgebietes auch nach der Liberalisierung immer noch eine Anschluss- und Versorgungspflicht. Damit muss jeder Haushalt in dem Netzgebiet zu den Allgemeinen Stromtarifen an das Niederspannungsnetz angeschlossen werden und jederzeit mit Strom versorgt werden. Selbst in Haushalten, die einen Vertrag mit einem alternativen Stromanbieter abgeschlossen haben, muss der örtliche Versorger bei einem Ausfall der Stromlieferung die Versorgung sichern.
Wie geplant und zu erwarten hat der freie Wettbewerb hat seit 1999 zunächst zu einem starken Preiskampf geführt. Danach folgte allerdings ein Konzentrationsprozess auf dem deutschen Energiemarkt. Rund 80 größere Stromanbieter fusionierten und rund 500 kleinere Unternehmen vereinbarten Kooperationen oder strategische Allianzen, um sich Marktanteile zu sichern. Die Zahl der großen Verbundunternehmen reduzierte sich von acht auf vier. Aus Preussen-Elektra und den Bayernwerken entstand der Stromanbieter E.ON. RWE schloss sich mit VEW zusammen. Aus Bewag, HEW, Laubag und VEAG wurde Vattenfall Europe.
Dies hat nach Ansicht von Verbraucherschützern zu einer wettbewerbsfeindlichen Konzentration der Märkte geführt. Die großen Konzerne E.ON und RWE beherrschen allein etwa zwei Drittel des Marktes. Zusammen mit Vattenfall und ENBW sind 90 Prozent des Marktes in der Hand von nur vier Unternehmen. Das führt leider dazu, daß seit einigen Jahren die Strompreise kontinuierlich ansteigen.
Allerdings besteht die Möglichkeit, verschiedene Anbieter und deren Leistung zu vergleichen und wer seinen Stromanbieter wechselt, kann von einem hohen Sparpotenzial profitieren.
Dafür gibt es z.B. die guenstig.de Stromtarif Rechner. Hier können Sie Angebote gezielt für Ihrem Wohnort vergleichen !
In den letzten Monaten war vor allem von Strompreis-Erhöhungen die Rede. Über 900 Versorger haben so im Laufe des Jahres Ihre Tarife um bis zu 21 Prozent angehoben.
Da der Stromverbrauch in der kalten Jahreszeit immer durchschnittlich 15 Prozent über dem Bedarf im Sommer liegt, ist es denkbar, dass die Energieversorger ihre Preise in den kommenden Wochen anziehen werden. Stromspar-Willige sollten deshalb noch schnell von den günstigen Sommerangeboten vieler Anbieter profitieren.