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KAUFBERATER AV RECEIVER

Receiver ist im HiFi-Bereich die Bezeichnung für die Kombination aus den Komponenten Verstärker und Tuner, dem eigentlichen Rundfunkempfangsteil. AV steht für Audio/Video. Beim AV Receiver handelt es sich also um ein Gerät welches sowohl Bild- als auch Tonsignale verarbeiten kann.
Dem AV Receiver kommt in der Heimkinoanlage die Aufgabe zu den Ton auf die angeschlossenen Lautsprecher so zu verteilen, dass der berühmte Surround Sound entsteht.
Der AV-Receiver ist das wichtigste Glied der Kette. Leistet er schlechte Arbeit, können noch so gute Lautsprecher und TV-Geräte nichts mehr daran ändern. Selbst ausgezeichnete Lautsprecher müssen dann schlechten Sound abgeben und erstklassige Bildschirme zeigen nur ein minderwertiges Videosignal. Dabei ist es auch wichtig, die eigenen vier Wände in die Kaufüberlegung mit einzubeziehen. Denn richtiger Raumklanggenuss kommt nur dann auf, wenn die AV-Anlage optimal aufeinander und auf das Wohnzimmer abgestimmt ist.

Dolby oder DTS ?

Dolby Digital und DTS sind konkurrierende Ton-Komprimierungsverfahren. Der Mehrkanal-Ton muss komprimiert werden, damit die Tonspur(en) und die Bildinformationen noch auf eine DVD passen. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie auf ein Gerät zurückgreifen, das beide Standards unterstützt, was heuzutage bei allen halbwegs vernünftigen Receivern der Fall sein sollte. Lediglich einige Sparmodelle kommen nur mit einem Dolby Digital-Decoder daher.


Kaufkriterien

Dolby Digital

Dolby Digital (auch ATSC A/52 und AC-3) ist ein Mehrkanal-Tonsystem der Firma Dolby. Dolby Digital unterstützt bis zu sechs unabhängige (diskrete) Kanäle und verwendet ein psychoakustisches, verlustbehaftetes Verfahren zur Datenkompression.

AC-3 bezeichnet das Bitstream-Format. Daher kommt auch die typische Dateiendung .ac3. Dolby Digital umfasst bis zu sechs Kanäle : Vorne links und rechts, Vorne Mitte, Hinten links und rechts (Surroundkanäle), LFE (Low Frequency Effects = Subwoofer).

Die volle Kanalausstattung wird als 5.1-Ton bezeichnet, da nur die ersten fünf Kanäle das komplette mögliche Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz wiedergeben. Der LFE-Kanal ist auf Tieftoneffekte zwischen 20 und 120 Hz beschränkt. Surround EX ist eine Weiterentwicklung von Dolby Digital. Es ist um einen Kanal auf sieben (6.1) erweitert. Das zusätzliche Signal steuert einen hinteren Centerlautsprecher (Rear-Surround).

DTS

DTS bezeichnet ein Mehrkanal-Tonsystem der gleichnamigen kalifornischen Firma Digital Theater Systems.

DTS 5.1 arbeitet digital und mit sechs Kanälen, verwendet für die Aufbereitung allerdings mehr Toninformationen. Daraus resultiert ein etwas besserer Klang als bei Dolby Digital, aber auch ein höherer Speicherbedarf.

DTS-ES discrete 6.1 unterscheidet sich von der zuvor beschriebenen Technik nur dadurch, dass alle Tonspuren einzeln auf der DVD abgelegt werden; das drückt das Wort "discrete" aus. Durch das getrennte Speichern steigt der Dynamikumfang aber auch der Speicherbedarf für die Daten. Werden demgegenüber sämtliche Tonspuren zusammen abgelegt, spricht man vom Matrix-Verfahren.

DTS Neo:6 arbeitet auf analoger Basis. Es unterscheidet sich zu Dolby Pro Logic II nur durch einen weiteren Kanal (6.1). Somit gestattet es, einen dritten Lautsprecher hinter oder über der Sitzposition zwischen den beiden Äußeren zu installieren. Auch DTS Neo:6 kann zwischen Film- und Musikmodus unterscheiden. DTS-HD ist das High-Definition Format für den Einsatz bei HDTV sowie auf HD-DVDs und Blu-ray Discs.

Dolby Surround Pro Logic

Dolby Digital Pro Logic II ist Tonsystem auf analoger Basis. Es unterstützt sechs Kanäle für fünf Lautsprecher und einen Basslautsprecher (Subwoofer). Dolby Pro Logic II unterscheidet die Betriebsarten "Musik" und "Film". Das bedeutet, dass es nicht nur Filme, sondern auch Musik mit aufbereitetem Raumklang in guter Qualität wiedergeben kann.

Dolby Pro Logic IIx arbeitet auf digitaler Basis und unterstützt bis zu acht Kanäle (7.1), kann aber auch sechs oder sieben Tonspuren aus einem Stereokanal herauslesen, je nach Ausbau der Surround-Anlage. Dolby Pro Logic IIx unterstützt darüber hinaus die 96 Kilohertz/24 Bit, sowie 192 Kilohertz/24-Bit Wiedergabe und ist somit in der Lage, Audio-Töne von der DVD-Audio und der Super-Audio-CD (SACD) aufzuwerten. Auch normales Audiomaterial verteilt dieses Verfahren in überzeugender Qualität auf die Lautsprecher. Für die optimale Anpassung an den Einsatzzweck, kann man zwischen den Betriebsarten "Musik"", "Film" und "Spiel" wählen.

Tuner Eigenschaften

Ein Receiver empfängt auch Radio. Falls Diese Eigenschaft für Sie wichtig ist, sollten Sie sich die Radio-TunerE-igenschaften etwas genauer ansehen. Ein gutes Radio bietet einen automatischen Sendersuchlauf sowie Senderspeicherung.
Ein RDS (Radio Data System) lässt auf dem Display den Sendernamen erscheinen. Die PTY (Programmtyp)- Funktion zeigt den Programmtyp an, etwa (Musik, Kinder, Sport, Doku, etc.). Um Zusatzinformationen wie Musiktitel und Artist ablesen können, muss der Receiver über eine RT (Radiotext) Funktion verfügen.

Anschlüsse

Bei den vorhandenen Anschlüssen ist auf Art, Anzahl und Qualität zu achten. Ihr Heimkino wird praktisch um den Receiver herum installiert, deswegen muss er alle bereits vorhandenen aber eventuell auch zukünftig anzuschaffende Geräte verwalten zu können. Es kann also nicht schaden, wenn der Receiver mehr Anschlüsse hat als beim Kauf tatsächlich benötigt werden.

Die Zukunft ist digital, deswegen sind HDMI (High Definition Multimedia Interface) -Geräte besonders zukunftssicher. Es handelt sich hierbei um eine voll digitale Schnittstelle für Audio- und Videosignale, die Daten mit sehr hoher Bandbreite ohne Kompression und Qualitätsverlust übertragen kann. Zudem ist die Verkabelung sehr einfach, da für sämtliche Signale nur ein einziges Kabel nötig ist.

Bei den Videoanschlüssen eignen sich S-Video oder YUV Anschlüsse am Besten für die verlustfreie Übertragung von Videosignalen.

Eine einfache und qualitativ hochwertige Verbindung bieten Scart (Euro-AV) Anschlüsse. Sie können sämtliche Signale von FBAS bis YUV sowie auch den Ton in hoher Qualität übertragen. Voraussetzung hierfür ist aber ein Scartkabel mit voller Pin-Belegung (Kontakte). Da sich fast alle Geräte eines Heimkinos über eine Scart Schnittstelle mit dem Receiver verbinden lassen, kann man davon eigentlich nicht genug haben.

Wer Wert legt auf optimale Flexibilität und Multimedia-Fähigkeiten (weil z.B. ein PC and die Anlage angeschlossen werden soll), sollte sich nach Modellen mit Ethernet-Buchse, RS232-Schnittstelle, USB-Port oder Anschluss für den iPod von Apple umschauen.

Wer den Verstärker oder Receiver in absehbarer Zeit nur noch als Decoder und Vorverstärker nutzen und für die kraftvolle Beschallung auf Endstufen zurückgreifen möchte, sollte darauf achten, dass der Verstärker oder Receiver einen Sechs- oder Achtkanal-Pre-Out hat, um entsprechend leistungsstarke externe Endstufen anschließen zu können. Wer ein solches Projekt plant, sollte sich aber vergewissern, ob auch die Vorverstärkereinheit des ins Auge gefassten Modells gehobenen Ansprüchen genügt. Gerade bei preislich günstigeren Modellen wird dies nicht unbedingt der Fall sein.

Wer noch NTSC-Laserdiscs besitzt, die Dolby Digital 5.1-Ton haben, sollte unbedingt auf einen analogen Dolby Digital-RF-Eingang achten: Denn aus dem optischen Digitalausgang des Laser Disc-Spielers kommt nur PCM-Stereo, also ist 5.1-Ton nur via RF möglich. Hat das Wunschgerät keinen RF-Eingang, so sollte man trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben und sich auf die Suche nach einem passenden Adapter machen, der von Kenwood vor einiger Zeit einmal angeboten wurde.

Wer noch Schallplatten hat, brauch einen Phono-Eingang. Ansonsten muss zusätzlich ein Phono-Vorverstärker angeschafft werden. Wer Boxenkabel mit großem Querschnitt oder Bananenstecker verwendet, sollte beim Verstärker- oder Receiverkauf darauf achten, dass für alle Lautsprecher am Anschlussterminal solide Schraubverschlüsse angebracht sind. Die windigen Klemmverschlüsse eigenen sich nur zur Aufnahme geringer und damit klanglich weniger guter Kabelquerschnitte.

Leistung

Die Leistung des Verstärkers wird in Watt gemessen. Man unterscheidet zwischen der Sinusleitung (Maximalleistung unter Dauerbelastung) und der Musikleistung (absolute Maximalleistung). Die richtige Leistung hängt natürlichen von den räumlichen Verhältnissen, speziell von der Raumgröße ab.

THX

Die THX-Technik wurde von Lucasfilm entwickelt und stellt besonders hohe Anforderungen an die Tonaufbereitung. Sie soll einen extrem realistischen Heimkinogenuss garantieren. Wer zu Hause Soundeffekte haben möchte, die dem Kino in nichts nachstehen, der sollte sich diese Technik genauer ansehehn. Sie ist allerdings nur etwas für echte Filmfraks, denn aufgrund der einseitigen Ausrichtung auf den Kinoton, hat die THX-Technik deutliche Schwächen bei der Musikwiedergabe. THX Geräte sind relativ teuer und es müssen auch Lautsprecher mit THX-Zertifikat eingesetzt werden, um die Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Bei nicht THX Lautsprechern ist mit Klangeinbussen zu rechnen.

Bedienung

Ein großes Display am Gehäuse erleichtert die Bedienung. Noch besser ist ein Fernseh-Bildschirmenü (OSD - On-Screen-Display). Fernbedienungen auf dem Tisch, was nicht nur unschön, sondern auch verwirrend ist.

DSP

Ein Digitaler Signalprozessor ist ein elektronisches Bauteil, bestehend aus Hard- und Software, das ganz allgemein akustische Signale umwandelt. Es dient der Erzeugung virtueller Klangfelder oder künstlicher Raumakustik.

Ein und dieselben Ausgangssignale werden so wiedergegeben, dass der Zuhörer den Eindruck hat, er sitze z.B. in einem Theater, einem Jazzkeller oder einer riesigen Halle. Signalprozessoren halten, um es einmal vorsichtig zu formulieren, nicht immer das was der Anwender sich davon verspricht. Deswegen ist dieses Feature mit Vorsicht zu geniessen und sollte auf der Liste der Kaufkriterien vielleicht nicht unbedingt an erster Stelle stehen. Die Qualität der DSP einzelner Marken weisst hierbei allerdings erhebliche Unterschiede auf.