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Kaufberater Prozessor

Prozesssor

Ein Prozessor ist die zentrale Recheneinheit eines Computers und steuert über Software andere Komponenten. Die Hauptbestandteile des Prozessors sind die Register, das Rechenwerk (Arithmetisch-logische Einheit, ALU), das Steuerwerk und der Speichermanager (Memory Management Unit, MMU), der den Arbeitsspeicher verwaltet.

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist mit "Prozessor" meist der Zentralprozessor (CPU= Central Processing Unit) eines Computers gemeint, das auf einem Mikrochip integriert ist. Der Prozessor ist eine der wichtigsten Komponenten beim Kauf eines neuen PC und/oder Notebooks.

Beim Kauf eines Komplett PC ist der Prozessor bereits auf das im PC vorhandene Hardware Angebot abgestimmt. Aber schon bei der Aufrüstung kann die Leistung sinken, wenn der Prozessor nicht richtig dimensioniert ist.

Bei der Wahl des richtigen Prozessors sind die Leistungsdaten nicht das einzige Kriterium, denn der Prozessor ist abhängig von seinem Umfeld, um seine Leistung richtig ausspielen zu können. Der Prozessor ist also immer im Verbund mit anderen Komponenten zu sehen. Nicht alle Prozessoren sind für alle Aufgaben gleich gut geeignet und auch die angegebene Rechengeschwindigkeit (gemessen in Hz, bzw. Mhz und GHz), gibt keinen eindeutigen Aufschluss darüber, wo ein Prozessor seine Stärken und wo er Schwächen hat.

Kaufkriterien

Einsatzzweck

Bei der Wahl nach dem richtigen Prozessor sollte man also zuerst einmal den Einsatzzweck definieren. Wer mit seinem Computer nur Briefe schreibt, braucht keine riesige Rechenleistung. Nur auf Megahetz-Angaben zu achten, kann deshalb unnötig teuer werden.

Für einfache Anwendungen macht es mehr Sinn Geld zu sparen und in bessere Ausstattung (z.B. Monitor) zu investieren. Wer seinen Computer nur gelegentlich nutzt für Textverarbeitung, E-Mail-Verkehr und Websurfen usw. kommt mit den Einstiegsprozessoren bestens zurecht, d.h. ein Prozessor aus den eher unteren Preisklassen reicht völlig aus. wer mit seinem PC auch komplexere, vor allem grafisch orientierte Aufgaben erledigen möchte, wie DVDs abspielen, MP3s erzeugen, Fotos aus der Digitalkamera bearbeiten, der muss zu einem leistungsstärkeren Prozessor im preislichen Mittelfeld greifen. Die höchsten Anforderungen an den PC stellen Grafikprogramme mit 3D Bearbeitung, digitaler Videoschnitt, und Internet Gaming. Wer viel in diesem Bereich operiert, der kann eigentlich mit der Prozessorleistung gar nicht übertreiben.

Im High End Bereich arbeitet man heutzutage mit Multi Core Prozessoren. Dabei handelt es sich quasi um mehrere Prozessoren in einem Gehäuse. Sind die benutzten Programme auf diese Prozessoren optimiert, arbeiten sie um  ein vielfaches schneller.

Wenn nicht, hat das immerhin den Vorteil, dass sich ein Prozessorkern einzig und allein um das verwendete Programm kümmern kann, während der andere sämtliche Arbeiten im Hintergrund übernimmt.

Wer seinen PC als Multimedia Element im Wohnzimmer einsetzen möchte, sollte auf eine geräuscharme Prozessor Variante achten.

Für Notebooks kann man in etwa die selben Kriterien wie bei Desktop-PCs ansetzen. Auch hier kommt es auf den Einsatzzweck an. Beim Notebook, nimmt der Stromverbrauch einen höheren Stellenwert ein.

Taktrate

Die Taktrate wird in Gigahertz berechnet und gibt an, wie viele Rechenoperationen ein Prozessor innerhalb einer bestimmten Zeit durchführen kann.

Je höher die Taktrate, desto schneller rechnet der Prozessor, wobei die tatsächliche Rechenleistung auch von anderen Werten wie dem Bustakt und dem Cache abhängt. Deswegen sollte man also nicht nur auf die Taktzahl schauen, sondern auf die Gesamtleistung, denn Chips mit höherer Taktrate verbrauchen in der Regel mehr Strom und müssen aufgrund größerer Hitzeentwicklung stärker gekühlt werden.

Cache

Der Prozessor-Cache ist ein schneller Puffer-Speicher, in dem Daten zwischengespeichert werden können, auf die der Prozessor dann schneller zugreifen kann.

Ohne Cache müssten diese Daten über den viel langsameren Systembus (Frontsidebus) stets wieder zum Arbeitsspeicher geschickt und von dort zurückgeholt werden.

Die Größe des Zwischenspeichers kann also einen Unterschied in der Rechengeschwindigkeit verursachen.

Mainboard

Der Prozessor kann nicht frei gewählt werden, denn jeder Prozessor hat auf dem Mainboard einen ihm eigenen Steckplatz (Sockel). Prozessoren lassen sich nur in ganz bestimmte Sockel auf dem Mainboard einsetzen.

Darüber Hinaus arbeiten sie mit unterschiedlichen Chipsätzen. Der Chipsatz steuert und verwaltet sämtliche Vorgänge im Computer.

Bustakt

Der Bustakt gibt an, wie schnell ein Prozessor Daten an das Mainboard übermitteln kann. Der Wert wird in Megahertz angegeben (1 Megahertz = 1 Million Takte pro Sekunde).

Je größer der Bustakt, desto besser. Hersteller geben allerdings nicht immer die tatsächlichen Taktraten an, weil manche Prozessoren pro Takt zwei oder vier Datenpakete übertragen. In diesem Fall wird der zwei- beziehungsweise vierfache Bustakt angegeben.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch verschiedener Prozessoren (gemessen in Watt) unterscheidet sich teilweise deutlich, auch bei gleicher Leistungsfähigkeit. Wer seinen PC viel benutzt, sollte hierauf achten.

Multi-Core

Der Begriff Multicore- oder Multikernprozessor bezeichnet einen Mikroprozessor mit mehr als einem vollständigen Hauptprozessor auf einem einzigen Chip. Sämtliche Ressourcen mit Ausnahme des Bus und eventuell einiger Caches sind repliziert.

Es handelt sich also um mehrere vollständige, weitgehend voneinander unabhängige Prozessoren.

Als Dual-Core- oder Doppelkernprozessor bezeichnet man einen Mehrkernprozessor mit zwei Hauptprozessoren.

Bei einem Multi-Core-Prozessor werden die Rechenprozesse aufgeteilt. Solche Prozessoren sind besonders gut für das so genannte Multi-Tasking geeignet, bei dem mehrere Anwendungen gleichzeitig ausgeführt werden.

Mehrkernprozessoren stellen neben einer Erhöhung der Taktfrequenz und dem Pipelining eine von vielen Möglichkeiten dar, die Leistung von Mikroprozessoren zu erhöhen. Mehrkernprozessoren müssen allerdings vom Betriebssystem unterstützt werden.

Befehlssätze

Unter Befehlssätzen versteht man Mengen von Maschinenbefehlen, die ein Prozessor ausführen kann. Durch die Verwendung längerer Befehle (64 statt 32 Bit) wurde eine Reihe von designbedingten Limits bereinigt.