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Ratgeber Unfallversicherung

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Es passiert jeden Tag und von einem Moment auf den anderen. Ein Unfall verändert das komplette Leben eines Menschen. Auf der Arbeit oder auf dem Weg dorthin greift meistens der gesetzliche Unfallversicherungsschutz. Aber reicht dieser aus, und was ist mit Unfällen, die in der Freizeit geschehen? Und was ist mit Personen, die keinen Versicherungsschutz der gesetzlichen Versicherung haben, wie z. B. Hausfrauen?

Immerhin 20% aller Unfälle geschehen im Haushalt. Besonders für Kinder ist eine Unfallversicherung zu empfehlen, da diese nach einem Unfall ggf. ihr ganzes Leben auf Leistungen anderen angewiesen sind. Hier ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung sinnvoll. Mit der vereinbarten Invaliditätsleistung sind z. B. Einkommensverluste auszugleichen oder Umbaumaßnahmen an Haus oder Auto zu bezahlen.

Weitere Absicherungen können neben der Invaliditätsleistung sind im Rahmen der Unfallversicherung abgesichert werden:
- eine Unfall-Rente, die ab einem festgelegten Invaliditätsgrad eine monatliche Rente an den Versicherten auszahlt
- eine Todefalleistung für den Fall eines Unfall-Todes.
- eine Übergangsleistung, wenn man nach 6 MOnaten noch nicht wieder wie gewohnt seinen Aufgaben nachgehen kann
- ein Krankenhaustagegeld, dass nach einem Unfall für jeden Tag einer stationären Behandlgung im Krankenhaus gezahlt wird

Die private Unfallversicherung erbringt schon ab einem Invaliditätsgrad von 1% Leistungen an den Versicherten. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet erst ab einem Invaliditätsgrad von 20%!

Kaufkriterien

Einmalzahlung und Unfallrente

Die private Unfallversicherung schützt vor den oft existenzbedrohenden finanziellen Folgen eines schweren Unfalls. Kernstück der Unfallversicherung ist die Invaliditätsleistung: Bleiben als Folge eines Unfalls gesundheitliche Einschränkungen zurück, erhalten Sie die vereinbarte Kapitalsumme. Damit können Sie Einkommenseinbußen auffangen, Ihr Haus oder Ihre Wohnung behindertengerecht umbauen oder eine Umschulung zum notwendigen Berufswechsel finanzieren. Meist wird auch eine monatliche Rente für den Fall bleibender Gesundheitsschäden vereinbart. Die Höhe dieser Leistungen richtet sich nach dem Grad der Invalidität.

Tagegeld, Genesungssgeld, Todesfallleistung

Vor allem, wenn Sie beruflich selbstständig sind, ist ein Unfall oft mit Einkommensausfall verbunden. Als Selbstständiger sollten Sie im Rahmen Ihrer Unfallversicherung deshalb ein Krankentagegeld vereinbaren. Das Tagegeld wird für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bis zu einem Jahr nach dem Unfall gezahlt. Auch ein Genesungsgeld für die erste Zeit nach der Behandlung kann vereinbart werden. Das Genesungsgeld gibt es solange, wie Krankenhaustagegeld gezahlt wird; insgesamt maximal hundert Tage. Führt der Unfall innerhalb eines Jahres zum Tod, besteht Anspruch auf die versicherte Todesfallsumme, die Hinterbliebenen werden so wenigstens finanziell entlastet.

Versicherungssumme

Natürlich sollten Sie Ihren Versicherungsbedarf an Ihrer individuellen privaten und beruflichen Situation ausrichten. Nach einer gebräuchlichen Faustformel für die Berechnung der Versicherungssumme in der privaten Unfallversicherung, sollten Sie aber mindestens das Dreifache Ihres Jahreseinkommens versichern. Damit die Leistungen Ihrer Unfallversicherung mit den stetig steigenden Lebenshaltungskosten Schritt halten, kann die Versicherung auch „dynamisch“ gestaltet werden. In diesem Fall werden Versicherungssummen und Beiträge regelmäßig um einen festen Prozentsatz oder auch entsprechend der Beitragsentwicklung in der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst.

Mehr Leistung bei schweren Unfallfolgen

Viele Versicherer bieten so genannte Mehrleistungsmodelle an. Bei höherem Invaliditätsgrad wird dann mehr gezahlt, als dem tatsächlichen Invaliditätsgrad entspricht. Beispielsweise bekommen Sie bei einer unfallbedingten Invalidität von 80 Prozent je nach Vereinbarung 200 bis 300 Prozent der der vollen Invaliditätsleistung. Den Mehrleistungsmodellen liegt der Gedanke zugrunde, dass bei höheren Invaliditätsgraden der Finanzbedarf des Betroffenen besonders hoch ist.