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Kaufberater Objektiv

Objektiv

Unter einem Objektiv versteht man ein sammelndes optisches System.

Das Objektiv erstellt eine reelle optische Abbildung eines Objektes erzeugt. Das Objektiv bestimmt die Abbildungseigenschaften und die Bildqualität optischer Geräte.

In der Fotografie hat das Objektiv die Aufgabe einfallendes Licht zu bündeln und so ein möglichst naturgetreues Bild auf Film oder Fotosensor zu erzeugen.

Es kann ein Objekt vergrössert oder verkleinert wiedergeben. Bei einer Spiegelreflexkamera kann das Objektiv abgenommen und durch ein anderes ersetzt werden. Die Verwendung solcher Wechselobjektive erlaubt dem Fotografen eine flexible Anpassung der Kamera an unterschiedliche Situationen.

Kaufkriterien

Brennweite

Die Brennweite eines Objektivs gibt an, wie groß das fotografierte Objekt abgebildet wird. Je kleiner die Brennweite desto kleiner wird auch das Motiv abgebildet und desto größer ist der Bildausschnitt.

Je nach Kamera verlängert sich die Brennweite dadurch um einen kameraabhängigen Faktor von rund 1,5. Die Brennweite eines Objektivs an einer digitalen Spiegelreflexkamera wirkt im Verhältnis zum Kleinbildformat länger. Dies liegt am im Vergleich zum Film kleineren Sensor und damit am kleineren Bildwinkel.

Die Brennweite eines 20-200 Millimetern (mm) Zoom-Objektivs könnte an einer digitalen Spiegelreflexkamera also einer Brennweite von 30-300 mm entsprechen, gemessen am Kleinbildformat. Einige Hersteller geben auch zusätzlich zur normalen Brennweite das Kleinbildäquivalent an. Die Brennweite von Normalobjektiven entspricht in etwa der Diagonalen der lichtempfindlichen Fläche. Für Kleinbildkameras ergibt sich so eine Normbrennweite von 50 mm. Bei digitalen Spiegelreflexkameras ist die Normbrennweite aufgrund der meist kleineren Sensorgröße entsprechend geringer und liegt je nach Sensorgröße bei rund 35 mm.

Fokussierung

Die Fokussierung kann entweder automatisch oder manuell erfolgen. Der Autofokusmotor stellt auf das Motiv scharf, indem er bestimmte Linsen des Objektivs bewegt.

Objektive mit Ultraschallmotor (USM) sind in der Regel leiser und schneller als Objektive mit herkömmlichen Servomotoren. Auch ist es bei diesen Objektiven möglich, nach der automatischen Scharfstellung sofort manuell in die Fokussierung einzugreifen. Aufgrund dieser Eigenschaften sind solche Objektive vor allem für Sport- und Tierfotografie geeignet. Sie sind allerdings auch teurer.

Es gibt auch Objektive ohne einen eigenen Autofokusmotor. Der Autofokus steht dann nur zur Verfügung, wenn die Kamera über einen entsprechenden Motor verfügt. Bei Objektiven mit Innenfokussierung werden nur bestimmte Linsen bewegt. Das hat den Vorteil, dass sich der Schwerpunkt des Objektivs nicht verändert. Außerdem ist diese Art der Fokussierung schneller als die Verschiebung aller Linsen. Von Vorteil ist auch, dass die Frontlinse dabei nicht bewegt wird. Dies vereinfacht den Einsatz von Polfiltern erheblich.

Nahgrenze / Schärfebereich ab

Die Naheinstellungsgrenze gibt an, welche Entfernung das Motiv mindestens haben muss, damit die Kamera gerade noch scharf stellen kann. Das ist wichtig, wenn der Käufer oft aus großer Nähe fotografieren will.

Lichtstärke / Öffnungsverhältnis

Je lichtstärker ein Objektiv ist, desto kürzere Belichtungszeiten sind möglich. Mit lichtstarken Objektiven können Besitzer daher auch in dunklerer Umgebung fotografieren, ohne zu verwackeln.

Die Lichtstärke eines Objektivs wird mit dem Kehrwert der kleinstmöglichen Blendenzahl (=größtmögliche Blendenöffnung) angegeben. Beispiel: Ist die Lichtstärke mit 1/2,8 (alternative Schreibweisen: 1:2,8; f/2,8 oder F/2,8) angegeben, so ist die größtmögliche Blendenöffnung 2,8. Auch das so genannte Freistellen von Motiven ist mit hoher Lichtstärke besser möglich, da mit größerer Blendenöffnung fotografiert werden kann. So ergibt sich eine geringere Tiefenschärfe.

Wenn der Fotograf ein Motiv freistellt, versteht er darunter, dass nur ein kleiner Bereich des Bildes scharf abgebildet wird. Dadurch lässt sich das Motiv vom Hinter- und Vordergrund lösen und stärker betonen. Außerdem kann der Autofokus bei lichtstarken Objektiven schneller arbeiten.

Zoom/Festbrennweite

Festbrennweite bedeutet, daß das Objektiv nur eine Brennweite hat. Der Bildausschnitt kann nur durch die Position bzw. Entfernung des Fotografen zum Motiv beeinflusst werden. Möchte der Fotograf das Objekt größer abbilden, muss er näher herangehen.

Ein Zoom-Objektiv verfügt über eine variabler Brennweite, die durch Drehung am Ring eingestellt werden kann. Dies erhöht die Flexibilität bei der Wahl des Bildausschnitts. Dies macht ein Zoomobjektiv zu einer günstigen und gewichtsparenden Alternative zu einem Satz von Festbrennweitenobjektiven. Objektive mit fester Brennweite bieten konstruktionsbedingt die bessere Abbildungsqualität in Form von besserer Lichtstärke, Verzeichnung und Randabschattung.

Bildstabilisator

Mit einem integrierten Bildstabilisator kann man auch bei längeren Brennweiten und Verschlusszeiten verwacklungsfrei fotografieren. Sollte die verwendete Kamera bereits einen Bildstabilisator haben, ist ein zusätzlicher im Objektiv nicht mehr notwendig. Ein Bildstabilisator erhöht zudem das Gewicht eines Objektivs.

Abgedichtete Gehäuse

Ist ein Objektiv abgedichtet, wird verhindert, dass Staub ins Objektivinnere eindringen kann. Dies ist vor allem für Fotografen wichtig, die häufiger in staubiger Umgebung fotografieren. Außerdem gelangt so kein Staub durch das Objektiv ins Kamerainnere. Wer zusätzlich eine abgedichtete Kamera besitzt, kann mit einem abgedichteten Objektiv das Eindringen von Schmutzpartikeln auf ein Minimum reduzieren.

Innenfokussierung (IF)

Bei Objektiven mit Innenfokussierung werden nur bestimmte Linsen bewegt. Das hat den Vorteil, dass sich der Schwerpunkt des Objektivs nicht verändert. Außerdem ist diese Art der Fokussierung schneller als die Verschiebung aller Linsen. Von Vorteil ist auch, dass die Frontlinse dabei nicht bewegt wird. Dies vereinfacht den Einsatz von Polfiltern erheblich.

Digital/Analog

Da der Fotosensor bei den meisten digitalen Spiegelreflexkameras kleiner ist als der Film, wurden die so genannten digitalen Objektive entwickelt. Diese Objektive sind oft leichter und günstiger als herkömmliche, da sie nur für das kleinere Sensorformat gebaut sind. Es ist allerdings nicht möglich sie an einer analogen Spiegelreflexkamera zu benutzen.

So genannte analoge Objektive kommen in erster Linie bei analogen Spiegelreflexkameras zum Einsatz. Sie decken den Bereich des Films komplett ab. Sofern der Bajonettanschluss passt, ist es meist möglich analoge Objektive auch an digitalen Spiegelreflexkameras zu betreiben. (siehe auch Produktmerkmal Bajonett)

Es ist allerdings zu beachten, dass sich durch den kleineren Bildwinkel einer digitalen Spiegelreflexkamera die Wirkung der Brennweite ändert. (siehe auch Produktmerkmal Brennweite) Außerdem kann es passieren, dass sich mit diesen Objektiven die Belichtungsmessung der Kamera und der Autofokus nicht nutzen lassen.

Glasqualität

Bestimmte Objektive verfügen über einige speziell veredelte Gläser, die den Detailkontrast erhöhen und Farbverfälschungen verringern sollen.

Gewicht

Das Gewicht eines Objektivs ist abhängig von der Brennweite und der Ausstattung (siehe auch Produktmerkmal Bildstabilisator). Je größer die Brennweite desto höher ist in der Regel auch das Gewicht.

Entfernungsskala

Einige Objektive besitzen eine Entfernungsskala. Diese Anzeige erleichtert die manuelle Fokussierung, da der Abstand zum Objekt eingestellt werden kann.

Bajonett

Der Bajonettverschluss ist die Schnittstelle zwischen Kamera und Objektiv. Fast jeder Kamerahersteller verwendet einen eigenen Bajonettverschluss.

Daher ist unbedingt darauf zu achten, dass der Bajonettverschluss des Objektivs zur Kamera passt. Je nach Objektiv ist das Bajonett aus Kunststoff oder aus Metall. Ein Kunststoffbajonett reduziert das Gewicht eines Objektivs, gilt aber auch als weniger langlebig. Daher erzielen Objektive mit Metallbajonett meist einen vergleichsweise höheren Wiederverkaufswert.

Glossar

IS : Image Stabiser , Bildstabilisator der Firma Canon VR : Vibration Reduction, Bildstabilisator der Firma Nikon

OS : Optical Stabiliser, Bildstabilisator der Firma Sigma

HSM : Hyper Sonic Motor , schneller, präziser Autofokus der Firma Sigma

DG : Objektive die das Kürzel DG tragen sind für Analog Kameras, sowie Digitalkameras geeignet.

DC : Objektive die das Kürzel DC tragen sind nur für Digitale Spiegelreflexkameras

USM : Ultra Sonic Motor, besonders schneller, präziser und leise Autofokus L-Lense : Die L-Serie der Firma Canon sind sehr hochwertig vergütet und bieten eine optimale Bilqualität. EF

EF : Objektive sind analog und digital einsetzbar

EF-S : EF-S Objektive sind nur digital tauglich, diese passen nicht an eine Vollformatkamera

DX : Objektive die das DX Symbol tragen sind nur an digitalen Spiegelreflexkameras kompatibel.

Canon EF 70-200 mm f:2,8 L IS USM bedeutet demgemäß : Es handelt sich um ein Objektiv der Firma Canon, für analog, digital und vollformatfähig (EF) mit einer Brennweite von 70-200 mm, einer Lichtstärke von 2,8 ((f:2,8) mit einer hochwertigen Linse der L-Serie. Das Objektiv hat ausserdem einen Bildstabilisator (IS) und einen Ultra-Sonic-Motor (USM).